WSU-Schwimmer trainieren im Freibad

In diesen Zeiten ist kreativ sein gefragt. Im Job und auch im Sport. Zwar kehrt das tägliche Leben zu einer gewissen Normalität zurück, das Training ist je nach Sportart aber noch immer mit Hindernissen verbunden. Veranstaltungen finden nur mit Einschränkungen statt – oder gar nicht. Was mir noch immer nur sehr wenige Aufträge einbringt. Deshalb gibt’s künftig auch in meinem Blog ein bisschen mehr zum Lesen. Den Anfang mache ich mit den Schwimmern der Warendorfer SU.

Weil in der Sportschule der Bundeswehr zur Zeit kein Training möglich ist für Sportler, die nicht zur Truppe gehören, weichen die WSU-Schwimmer ins Freibad aus. Das wollte ich mir aus der Nähe ansehen. Auf dem Weg dorthin fallen mit andere Sportvereine auf, die im Emsseepark unterwegs sind. Ausdauer, Intervalle und Gymnastik geht auch schonmal im Park. Nach wochenlanger Pause konnten auch die Schwimmer erstmals wieder ins Wasser. Mit Laufen, Radfahren und Athletiktraining haben sie die Zeit überbrückt. Seit Mitte März. Alisa Riebensahm, Mitglied der ersten Mannschaft und früher für die SG Neu-Kölln auf nationaler Ebene sehr erfolgreich, hat mit Trainingsvideos weitere Tipps und Motivation gegeben. „Aber Laufen und Radfahren sind grundlegend andere Muskelgruppen, die bewegt werden“, erklärt Uwe Witte. Beim Schwimmen geht es hauptsächlich um den Oberkörper, beim Laufen und Radfahren werden die Beine beansprucht. Nach drei Monaten ohne Schwimmtraining tun sich Defizite auf. „Wer als Ausdauersportler schonmal acht Wochen oder länger raus war aus dem Training, wird das wissen“, sagt der WSU-Cheftrainer.

Training der WSU-Schwimmabteilung im Warendorfer Freibad

Zwei Trainingstage

An ein Training, wie es unter normalen Umständen stattfinden würde, ist gar nicht zu denken. Die Ausdauer muss wieder aufgebaut werden. Das machen die Schwimmer auch ganz von allein. Seit das Freibad wieder geöffnet hat, gehen sie auch „privat“ ins Wasser. „Da muss ich den Sportlern ein großes Lob aussprechen“, sagt Uwe Witte. „Sie haben alte Trainingspläne rausgeholt und nutzen die Möglichkeiten.“ So, wie im großen Becken der Sportschule können die Programme aber nicht absolviert werden. Auch nicht an den beiden Trainingstagen, die den WSU-Schwimmern im Freibad pro Woche zur Verfügung stehen. Jeder hat am und im Becken seinen Platz, die Abstände müssen auch hier eingehalten werden. „Das ist für alle eine Umstellung“, sagt Uwe Witte. Wenigstens das aber haben sie, und in den Abendstunden wird es ruhiger im Freibad.

Cheftrainer Uwe Witte koordiniert und gibt die nächsten Übungen vor.

Zumal auch die Zeit stark eingeschränkt ist. Mittwochs und donnerstags haben die drei Mannschaften der WSU-Schwimmabteilung jeweils eine Stunde fürs Training. Eine Bahn steht zur Verfügung. Das ist nicht optimal, aber immerhin. Der normale Betrieb im Freibad muss auch weitergehen. 15 Personen dürfen dann vom Verein pro Trainingsstunde auf dem Gelände sein – von insgesamt 100, die gleichzeitig im Freibad sein dürfen. Das alles ist kein Vergleich zu gewohnten Bedingungen: Bei vier Trainingseinheiten in der Woche kamen die Schwimmer auf allein fünf Stunden im Wasser, neben dem Training, das sonst noch dazu gehört. „Vom Leistungsgedanken können wir uns erstmal verabschieden“, sagt Uwe Witte. Frühestens im vierten Quartal rechnet der WSU-Cheftrainer wieder mit Wettkämpfen. Wenn überhaupt. Der Kalender des Deutschen Schwimmverbandes ist sehr überschaubar.

Theresa Reimann zieht mit der ersten Mannschaft im Warendorfer Freibad ihre Bahnen.

Fragezeichen bleiben

Jetzt geht es darum, wieder regelmäßig trainieren zu können. Fragezeichen bleiben aber. Denn die Sommerferien stehen bald an. „Ich hoffe, dass nutzen zu können – und dass die Stadtwerke mitspielen“, macht sich Uwe Witte Gedanken, wie es in den nächsten Wochen weitergeht. In den Ferien wird noch mehr los sein im Freibad. Und auch deshalb hofft Witte darauf, vielleicht bald wieder in gewohnter Umgebung trainieren zu können. Das aber ist alles nicht planbar. Die WSU-Schwimmer machen das Beste aus der Situation und denken in kleinen Schritten. Immerhin können sie wieder ins Wasser. Und: „Training macht Sinn und Spaß, wenn du ein Ziel hast“, sagt Uwe Witte. Die Motivation ist vorhanden, auch wenn erstmal keine Wettkämpfe und Meisterschaften anstehen.