Ihr habt eine Frage? Oder einen Fotowunsch? Schreibt mir doch:

Die Stimmung war prächtig. Wie sollte es auch anders sein. Es war das letzte Turnier unter freiem Himmel, man trifft sich, plaudert, stößt mit dem einen oder anderen Bierchen an. Das Fettmarkt-Turnier hat Tradition, inzwischen ist es 50 Jahre alt, an seinem ganz speziellen Reiz hat es nichts eingebüßt.

Es ist schon lange nicht mehr, wie es einmal war. 1968 hatte der Reitverein Warendorf die Idee, neben Kirmes und Viehmarkt ein Reitturnier zu veranstalten. Die Lohwallwiesen waren ideal dafür, in Sicht- und Laufweite der Kirmes. Nur wenige Jahre später wuchs die Veranstaltung, der RFV Warendorf bot mehr Prüfungen an, lagerte beispielsweise eine Geländeprüfung aus, nahm noch einen weiteren Tag hinzu. Das alles zahlte sich, die Teilnehmerlisten wurden immer länger. Und in den 70er und 80er Jahren wurde es sogar international.

Der Reitverein nahm immer mal wieder Veränderungen vor, was aber immer blieb war der Preis der Stadt Warendorf, ein Springen der Klasse M mit einem Stechen. Als der Reitverein Warendorf 2003 auf eine weitere Austragung des Fettmarkt-Turniers verzichtete, übernahm ein Nachbarverein die Verantwortung. Seit 13 Jahren richtet der RFV Milte-Sassenberg dieses Turnier aus und führt die Tradition fort. Zum 50. Geburtstag passte alles: Nach Jahren mit Regen gab es Sonne pur. An den Teilnehmerfeldern tat sich allerdings nichts. Rasenturniere sind nicht mehr sehr beliebt, und auch der späte Termin schreckt so manchen ab. „Wir haben einen Rasenplatz, da kommt keiner mehr“, sagte Turnierchef Clemens Brüggemann. Das ist ein Trend, der sich in der Vergangenheit bei vielen Turnieren abzeichnete. Eine Alternative aber hat der RFV Milte-Sassenberg nicht.

Trotzdem konnte sich der Reitsport mit Prüfungen vom E-Niveau bis zur Klasse M sehen lassen. Reinhard Knappheide und Paula nahmen die Siegerschleife mit nach Ostbevern und lösten Alexander Rottmann vom RFV Vornholz ab, der in den vier Jahren zuvor in Serie gewann. Diesmal wurde er mit Pythia Dritter hinter Georg Stratmann und Freestyle Reuvekamps aus Delbrück. Verfolgt wurde der Preis der Stadt Warendorf von einem großen Publikum. Es folgte die Einkehr ins große Zelt. Das Jubiläum wurde noch bis in die Abendstunden gefeiert. Aber die Stimmung ist in jedem Jahr prächtig.